Wolfgang Smith für alle
Bruno Bérard und Marie-José Jolivet (herausgegeben von) 2025
Die Metaphysik ist die Wissenschaft, die nach dem Jenseits der physischen Welt fragt. Es geht darum, zum Beispiel Leibniz‘ Frage „Warum gibt es etwas und nicht nichts?“ zu beantworten oder Platon zu verstehen, der sagt, dass jede Kosmologie nur „ein wahrscheinlicher Mythos (ton eikota mython)“ sein kann, da sie „mit Notwendigkeit das Bild von etwas“ ist (Timaios, 29b, 29d). Es ist dieses Etwas, diese notwendige Quelle der Dinge, die die Metaphysik zu enthüllen versucht.
Bruno Bérard und Marie-José Jolivet (herausgegeben von) 2025
Bruno Bérard und Annie Cidéron 2025
Kollektiv 2025
Bruno Bérard 2024
Bruno Bérard und Aldo La Fata und ein befreundeter Mönch 2024
Bruno Bérard und Aldo La Fata 2025
Wenn unsere Naturwissenschaft hypothetisch bleibt, liegt das nicht an der Schwäche unserer Intelligenz; es liegt an der mangelnden Realität des zu erkennenden Objekts. Die ultimative Realität des Universums liegt in seinem Jenseits. Die metaphysische Wissenschaft beginnt dort, wo die physikalische Wissenschaft gezwungen ist, aufzuhören. Der wesentliche Zwang der Physik liegt in der Konstitution ihres Studienobjekts: dem Physischen; sie tritt sehr oft, in der Astrophysik wie in der Quantenmechanik, an die Oberfläche des Metaphysischen, kann sich aber als physikalische Wissenschaft nicht darauf einlassen.
Lässt sich ein Feminismus denken, der weder ideologisch noch bloß reaktiv ist?Eine unerwartete Lektüre. Auf wenigen Seiten begegnet uns ein wiederentdeckter Feminismus – vom Ökofeminismus zu Platon, von Virginia Woolf zu Simone Weil – bis hin zu einer Neubestimmung des Weiblichen als einer Kraft der Wahrheit.Genau das ist die Wette dieses Buches: vom gelebten Leib bei Maurice Merleau-Ponty bis zur Gestalt der Diotima bei Platon eine weitgehend unbeachtete Metaphysik des Weiblichen freizulegen.
In diesem Interview reflektiert Jean Grondin über die anhaltende Präsenz der Metaphysik trotz moderner Kritik und schlägt ihre Neugründung sowohl aus historischer als auch aus konzeptueller Perspektive vor. Ausgehend von ihren griechischen Quellen – Platon und Aristoteles – hebt er ihre grundlegende Rolle als Suche nach Sinn, Schönheit und ersten Prinzipien hervor. Der Dialog untersucht zudem ihre zeitgenössischen Entwicklungen, insbesondere durch die Hermeneutik, sowie ihre Beziehungen zur Theologie, zu spirituellen Traditionen und zu den Herausforderungen der modernen Welt. Was sich daraus ergibt, ist eine Konzeption der Metaphysik als offener und unerschöpflicher Dialog über den Sinn der Dinge und…die Schönheit der Metaphysik.
Dieser Beitrag bietet eine Neulektüre der Geschichte der Metaphysik ausgehend von ihrer konstitutiven Verknüpfung mit dem Politischen. Indem ein gemeinsamer Ursprung zwischen dem Diskurs über das Sein und demjenigen des Seins-im-Gemeinsamen herausgearbeitet wird, entwickelt Jean-Paul Coujou eine „ontopolitische“ Perspektive, die darauf abzielt, ihre moderne Trennung zu überwinden. Die Metaphysik erscheint somit als untrennbar von den historischen, rechtlichen und gemeinschaftlichen Bedingungen der menschlichen Existenz und eröffnet den Weg zu einer politischen Ontologie, in der Theorie und Praxis, Sein und Gemeinschaft zu einer gemeinsamen Verständlichkeit des Wirklichen zusammenfinden.
Dieses Gespräch bietet eine kritische Bestandsaufnahme des gegenwärtigen Status der Metaphysik, der durch ihre institutionelle Zerstreuung und ihre häufige Reduktion auf historische oder analytische Ausdrucksformen gekennzeichnet ist. Gegen diese Verwässerung bekräftigt Bruno Bérard ihre prinzipielle Tragweite, indem er sie auf drei konvergierende Indizien gründet: die Forderung nach einer ersten Ursache, die Unreduzierbarkeit des Sinns auf bloß diskursive Rationalität sowie das Fortbestehen offenbarter Inhalte in den spirituellen Traditionen. Die Metaphysik wird so in ihren Status als erste Philosophie zurückgeführt, ausgerichtet auf eine suprarationale Erkenntnis der Wirklichkeit, die die Grenzen der modernen Ontologie und Erkenntnistheorie überschreitet.
Der Erfolg des „Nicht-Zwei“ (Advaita) im Westen lässt sich durch die Kraft seiner negativen Formulierung erklären, die die letztendliche Identität zwischen Ātman und Brahman zum Ausdruck bringt, während gleichzeitig eine relative Unterscheidung bestehen bleibt. Diese apophatische Logik ist jedoch nicht auf Indien beschränkt: In anderen Traditionen lassen sich ähnliche Formulierungen finden, wie zum Beispiel „Nicht-Eins“, um das Jenseits des Seins (Nicht-Sein) in der christlichen oder neuplatonischen Metaphysik zu bezeichnen, „Nicht-Drei“, um das Geheimnis der Dreifaltigkeit paradox auszudrücken, und „Nicht-Tausend“, um die Einheit des mystischen Leibes Christi anzudeuten, der die Menge vereint. Diese paradoxen Formulierungen dienen dazu, gewöhnliche begriffliche Gegensätze zu überwinden und den Verstand für das Geheimnis des Einen und des Vielfachen zu öffnen. In vielen spirituellen Traditionen ist ihr Ziel das Verschwinden des individuellen Ichs, eine Voraussetzung für die Vereinigung mit dem Absoluten. So stellen die antinomischen Formeln keine Lehre an sich dar, sondern sind intellektuelle Werkzeuge, die es ermöglichen, eine zu engstirnige Logik zu durchbrechen und einen Einblick in eine tiefere metaphysische Realität zu gewinnen.
Metafysikós ist die Umschrift des modernen griechischen μεταφυσικός; Das altgriechische metaphusika gab das lateinische metaphysica.
Diese Website soll eine metaphysische Wissenschaft für möglichst viele Menschen zugänglich machen, die, wenn sie von zu vielen wissenschaftlichen oder philosophischen Komplexitäten befreit ist, leicht zu verstehen ist. Verschiedene Bücher und Artikel, die mit dem Ziel verfasst wurden, den Zugang zu erleichtern, werden einzeln vorgestellt und ein Glossar mit einigen unvermeidlichen Fachwörtern wurde erstellt, um den Zugang noch einfacher zu machen.
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