Metaphysische Ernte
Bruno Bérard September 2026
Die Metaphysik ist die Wissenschaft, die nach dem Jenseits der physischen Welt fragt. Es geht darum, zum Beispiel Leibniz‘ Frage „Warum gibt es etwas und nicht nichts?“ zu beantworten oder Platon zu verstehen, der sagt, dass jede Kosmologie nur „ein wahrscheinlicher Mythos (ton eikota mython)“ sein kann, da sie „mit Notwendigkeit das Bild von etwas“ ist (Timaios, 29b, 29d). Es ist dieses Etwas, diese notwendige Quelle der Dinge, die die Metaphysik zu enthüllen versucht.
Bruno Bérard September 2026
Bruno Bérard und Marie-José Jolivet (editors) 2025
Bruno Bérard und Annie Cidéron 2025
Kollektiv 2025
Bruno Bérard 2024
Bruno Bérard und Aldo La Fata und ein befreundeter Mönch 2024
Wenn unsere Naturwissenschaft hypothetisch bleibt, liegt das nicht an der Schwäche unserer Intelligenz; es liegt an der mangelnden Realität des zu erkennenden Objekts. Die ultimative Realität des Universums liegt in seinem Jenseits. Die metaphysische Wissenschaft beginnt dort, wo die physikalische Wissenschaft gezwungen ist, aufzuhören. Der wesentliche Zwang der Physik liegt in der Konstitution ihres Studienobjekts: dem Physischen; sie tritt sehr oft, in der Astrophysik wie in der Quantenmechanik, an die Oberfläche des Metaphysischen, kann sich aber als physikalische Wissenschaft nicht darauf einlassen.
Ist Wahrheit lediglich die Übereinstimmung von Intelligenz und Wirklichkeit? Die Unterscheidung zwischen logischer und ontologischer Wahrheit zeigt vielmehr, dass Erkennen eine bereits intelligible Wirklichkeit voraussetzt: Die Wahrheit ergibt sich nicht aus der Erkenntnis, sondern geht ihr voraus.
Gründet das Cogito wirklich das Subjekt? Und was wäre, wenn es im Gegenteil offenbaren würde, dass das Ich sich nicht selbst begründet? Von Descartes bis Jean Borella untersucht dieser Artikel die Hypothese eines Bewusstseins, das nicht vom Ich besessen wird, sondern als Teilhabe – vielleicht als „Leihgabe“ – empfangen wird.
Die Analogie ist eines der wichtigsten Instrumente der Metaphysik. Aber reicht sie aus, um zu erklären, wie die Intelligenz zur Wirklichkeit gelangt? Ausgehend von Platon, Aristoteles, Pascal, Kant, Nikolaus von Kues und vor allem Jean Borella zeigt dieser Artikel, wie das Paradoxon – weit davon entfernt, ein bloßer Widerspruch zu sein – zu einem echten metaphysischen Operator werden kann: Es offenbart die Grenzen der Vernunft, führt zur Aporie und von dort zur Neszienz, bis an die Schwelle des Überintelligiblen.
Kann Zeit vergehen, wenn sich absolut nichts verändert? Diese Frage, die im Mittelpunkt des berühmten Gedankenexperiments von Sydney Shoemaker steht, führt dazu, zwischen der Messung der Zeit und ihrem eigentlichen Wesen zu unterscheiden. Indem Fabio R. Llorella Costa dieses Argument erneut aufgreift, zeigt er, dass die Hypothese einer »Zeit ohne Veränderung« möglicherweise bereits das voraussetzt, was sie zu beweisen vorgibt. Eine klare und sorgfältige Untersuchung, die von der logischen Analyse zu einer genuin ontologischen Reflexion über das Wesen des Werdens führt.
Warum nimmt das Lachen in der Geschichte der Philosophie einen so randständigen Platz ein, obwohl es vielleicht eine der tiefsten Dimensionen der menschlichen Existenz offenbart? In diesem Gespräch stellt Sylvie Paillat die zentralen Einsichten ihres Werkes Die Metaphysik des Lachens vor. Sie zeigt, dass das Lachen weit davon entfernt ist, lediglich ein psychologisches oder soziales Phänomen zu sein, sondern zu einem privilegierten Zugang zu den großen metaphysischen Fragen werden kann: zum Sein, zum Bewusstsein, zur Endlichkeit, zur Transzendenz und zur Bedeutung des Logos. Eine originelle Reflexion, die dazu einlädt, die Philosophie selbst im Licht eines wahrhaft „metaphysischen Lachens“ neu zu denken.
Metafysikós ist die Umschrift des modernen griechischen μεταφυσικός; Das altgriechische metaphusika gab das lateinische metaphysica.
Diese Website soll eine metaphysische Wissenschaft für möglichst viele Menschen zugänglich machen, die, wenn sie von zu vielen wissenschaftlichen oder philosophischen Komplexitäten befreit ist, leicht zu verstehen ist. Verschiedene Bücher und Artikel, die mit dem Ziel verfasst wurden, den Zugang zu erleichtern, werden einzeln vorgestellt und ein Glossar mit einigen unvermeidlichen Fachwörtern wurde erstellt, um den Zugang noch einfacher zu machen.
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