Dieses Buch war ursprünglich als Hommage zum 95. Geburtstag von Wolfgang Smith geplant; nun postum, bleibt es dennoch eine Würdigung – verbunden mit einer Einführung in sein Werk, insbesondere in eine Physik, die von jedem Szientismus befreit ist.
Dass Wolfgang Smith zugleich Mathematiker, Physiker und Metaphysiker war, ist selten genug, um gleich zu Beginn hervorgehoben zu werden. Gewiss gab es Platon, Aristoteles, Descartes, Leibniz… doch in einer Zeit extremer wissenschaftlicher Spezialisierung ist ein transversaler Denker mehr denn je willkommen und wertvoll.
Obwohl eine der Eigenschaften der Schriften von Wolfgang Smith ihre Klarheit und Präzision ist – to the point, wie man auf Englisch sagen würde –, könnte es zunächst überraschen, dass man überhaupt eine Einführung zu seinem Werk für nötig hielt. Doch wie sich zeigen wird, ist es keineswegs überflüssig, einen Überblick über die Vielzahl der von ihm behandelten Themen zu geben: Quantenphysik, Wahrnehmung, Kosmologie, Evolutionismus, Teilhardismus… So entdeckt man ein kohärentes Denken, eine Weltanschauung, die nicht nur einen Ausweg aus der Sackgasse der modernen Physik bietet, sondern vor allem ein Verständnis von Welt und Mensch unter dem Blick einer unbestreitbaren Transzendenz.
Es ging hier selbstverständlich nicht darum, eine vollständige Abhandlung über Leben und Werk von Wolfgang Smith zu entwickeln; vielmehr sollen die folgenden Beiträge einen Gesamtüberblick ermöglichen und das Verständnis erleichtern – ohne jedoch darauf zu verzichten, auf die Werke des Meisters selbst zu verweisen.
Fünfzehn Mitwirkende haben sich zusammengefunden, um diese Darstellung eines bemerkenswerten Werkes zu verfassen, die ein echtes Hommage an Wolfgang Smith sein will.
Inhaltsverzeichnis des Buches
Einführung: Wolfgang Smith und die Initiation
Zeugnisse – Hommagen
Erster Teil: Persönliche Elemente
I. Bedeutende biographische Elemente
II. Wesentliche Bibliographie
Zweiter Teil: Physik und Metaphysik. Materia
III. Von der Metaphysik in der Physik
IV. Die Philosophie der Physik bei Wolfgang Smith: eine persönliche Reflexion
V. Die Metaphysik des Messproblems
VI. Das Maß der Dinge
VII. Interpretation der Quantenmechanik: absteigende oder aufsteigende Ontologie?
VIII. Newtonsche und aristotelische Physik: Wolfgang Smiths Weg zur Versöhnung
IX. Wiederherstellung einer integralen Ontologie: Wolfgang Smith über die Grenzen des Szientismus
Dritter Teil: Physik und Metaphysik. Cosmologia
X. Die wiederhergestellten Grundlagen
XI. Reflexion über die platonische Kosmologie von Wolfgang Smith
Vierter Teil: Wissenschaft, Metaphysik und Religion
XII. Antwort an Wolfgang Smith
XIII. Wolfgang Smith, traditionalistischer Katholik
XIV. Gegen die teilhardianische Theologie-Fiktion
XV. Schluss mit dem Evolutionismus
Abschließend
XVI. Das Ende der Quantenwirklichkeit: ein Gespräch mit Wolfgang Smith
Mitwirkende
Namensindex
Auszug
Einige werden kaum überrascht sein zu erfahren, dass die Philosophie der Physik von Wolfgang Smith zutiefst thomistisch und platonisch geprägt ist. Tatsächlich sind es die substantiellen Formen (thomistisch verstanden), die die Objekte der körperlichen Welt individualisieren – jene ontologischen Prinzipien, die die Materie (als Potentialität) zu bestimmten Entitäten gestalten. Poetischer ausgedrückt ist eine substantielle Form jenes Aktualitätsprinzip, durch das ein Adler im Flug sich von einer Windböe unterscheidet oder durch das ein Mensch mehr ist als Fleisch und Knochen, nämlich ein vernunftbegabtes Tier, das lieben kann.
Die Kausalität, die dem Wirken der substantiellen Formen bei Smith entspricht, ist grundlegend verschieden von der Kausalität der Physik. Während in der Physik die Ursache im Raum-Zeit-Kontinuum durch eine Abfolge von Ereignissen wirkt, übt die substantielle Form ihre Kausalität außerhalb von Raum und Zeit aus, ohne physische Verkettung. Smith spricht von horizontaler Kausalität (HK) für die physische und von vertikaler Kausalität (VK) für die metaphysische Ursache.
Seit seinem Werk über das Quantenrätsel (The Quantum Enigma) spielte die VK eine zentrale Rolle in der Entwicklung einer Ontologie der Wissenschaften bei Wolfgang Smith. Doch erst in einem seiner letzten Texte bot er eine endgültige Darstellung des Ursprungs der VK.
— John Taylor, Auszug aus Kapitel IV: Die Philosophie der Physik von Wolfgang Smith: eine persönliche Reflexion
Hinweis auf das Erscheinen
Geplant als Hommage zum 95. Geburtstag von Professor Wolfgang Smith, stellt dieses Buch eine ausgezeichnete Einführung in sein Werk dar – in die physikalische Wissenschaft ebenso wie in die untrennbar damit verbundene Philosophie der Physik.
Als Mathematiker, Physiker und Metaphysiker verstand es Wolfgang Smith, in Zeiten extremer Spezialisierung eine transversale und höchst wertvolle Denkweise zu entwickeln.
Zahlreiche Mitwirkende bieten hier einen Gesamtüberblick und erleichtern das Verständnis – unter stetigem Verweis auf die Werke des Meisters selbst.Mit Beiträgen von:
P. Luke Bell, Samuel Bendeck Sotillos, Bruno Bérard, William M. Briggs, P. Richard Escudier, Marie-José Jolivet, Sebastian Morello, Seyyed Hossein Nasr, Olumakinde Ogunnaike, Hugh Owen, Ali Sebetci, Richard Smith, Denis Sureau, John Taylor, Charles Upton.